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30 Tage, 15 Kleidungsstücke Minimalismus auf Probe

Capsule Wardrobe

Ich habe im Juni bei einer tollen Challenge mitgemacht. Es ging darum, 15 Kleidungsstücke auszuwählen, die man dann – in immer wieder neuen Kombinationen – die nächsten 30 Tage lang trägt. Und zwar nur diese 15 Teile. Sport- und Schlafsachen sowie Unterwäsche und Accessoires sind hierbei nicht eingezählt. Die Challenge fand auf Instagram statt und wurde von den beiden wundervollen Frauen Sunray und Micha gestartet.

Die Idee fand ich sofort klasse. Da ich ja eh viel Yoga unterrichte und praktiziere und meine Klamotten dann gerne anbehalte, dachte ich auch, es dürfte kein großes Ding sein, sich auf 15 Kleidungsstücke zu begrenzen. Ich wollte schon immer einmal meine Kleiderauswahl optimieren und mir verschiedene Kombinationsmöglichkeiten zu meinen Sachen überlegen. Auch habe ich mir erhofft, meinen Kleiderschrank so noch weiter auszumisten. Das hatte ich zwar bereits getan, nachdem ich das Buch Magic Cleaning von Marie Kondo gelesen hatte. Aber da ist noch viel Potenzial. Also hieß es für mich: Challenge accepted.

Das Aussuchen der 15 Kleidungsstücke war dann gar nicht so einfach. Mir gefällt ja überwiegend alles in meinem Schrank. Und man weiß vorher auch nicht, wie das Wetter werden wird, denn der deutsche Sommer ist unberechenbar… 😉 Ha, da hört ihr schon meine Ausreden… aber es hat dann doch noch geklappt. Und beim Aussuchen der Klamotten, habe ich meinen Kleiderschrank gleich weiter ausgemistet. Ausmisten macht so einen Spass. Jetzt muss ich nur noch gucken, was ich mit den ganzen Sachen, die nun – statt in meinem Schrank – bei uns in der Waschküche rumliegen, anstelle.

Was ich dabei gelernt habe?

Eine reduzierte Menge an Kleidung lässt den Morgen viel einfacher werden. Ich sehe auf einen Blick, was ich habe und kann mir dann eine wundervolle Kombination aussuchen. Das geht ruckizucki und erspart so das nervige lange Starren in den Kleiderschrank. Warum das ruckizucki geht? Weil ich mit weniger Klamotten mehr Überblick habe.

Weniger Sachen im Schrank bedeutet nämlich auch, dass ich endlich sehe, was im Schrank drin ist. Auch mit nur 15 Teilen hatte ich immer etwas anzuziehen. Das ging mir mit einem vollen Kleiderschrank nicht immer so. Oftmals hatte ich da vor lauter Klamotten nichts passendes entdeckt. Ich denke, jeder kennt das Gefühl, vor seinem überquillenden Schrank zu stehen und – vor lauter Wust und Überforderung – nichts anzuziehen zu finden. Und mal ganz ehrlich: wem macht es denn wirklich Spass, jeden Morgen so viel Zeit für sein Outfit zu verbraten? Alle klagen doch über Zeitnot.

Weniger Kleidung zu brauchen, heißt auch weniger Shopping. Dem Himmel sei Dank! Shopping macht zweifellos Spaß, manchmal zumindest, aber es ist nicht alles im Leben. Man kann damit prima die Zeit totschlagen – im Internet wie auch real. Doch oft verlieren wir den Blick für all die Schätze, die wir bereits besitzen. Wenn wir einmal die Tiefen unseres Schrankes durchforsten, sind wir überrascht von den lange nicht mehr gesehenen und getragenen Teilen in unserem Besitz. Wir können also auch prima einmal in unserem eigenen Schrank „shoppen“ gehen. Das kostet nichts und schont die Nerven.

Und wieviele Sachen BRAUCHEN wir denn wirklich? Ich höre ganz oft Sprüche wie: „ach, dass habe ich ganz schnell noch mitgenommen…“ oder „das war ganz billig…“ oder „das hat nur so und so viel Euro gekostet…“. Und auch viele Kinder brauchen schon Sachen, die sie in der Werbung oder bei anderen Kindern sehen. Doch wollen wir denn wirklich so viel Wert auf Konsum und Besitz legen? 15 Kleidungsstücke für 30 Tage – immer mal wieder gempimpt durch flotte Yogapants und Accessoires – bieten schon eine ganze Menge an Kombinationsmöglichkeiten.

So habe ich wieder einmal festgestellt, dass es mir wirklich wichtig ist, weniger zu konsumieren aber auch weniger Verpackungsmüll zu generieren und bei meiner Kleiderwahl darauf zu achten, dass diese unter fairen Bedingungen produziert wurden. Faire Kleidung ist zwar oftmals etwas teurer aber wenn wir weniger kaufen wird das schnell wieder wett gemacht.

Was sich nach der Challenge verändert hat?

Ich habe weiter ausgemistet und habe somit noch mehr Überblick im Kleiderschrank. Ich weiß nun auch, welche Kleider mir wirklich wichtig sind und welche zwar ganz nett sind aber nicht wirklich zu mir und meinem Stil passen. Das habe ich herausgefunden, da ich mich intensiv zur Auswahl der 15 Teile mit mir und meinem Schrankinhalt und dem was ich wirklich tragen möchte befasst habe. Durch gutes Kombinieren kann ich immer wieder neue Looks entstehen lassen. Ich habe alle Newsletter von Klamottenfirmen abbestellt. Denn was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Und ich habe nun irre viel Material für den Flohmarkt. Das wünschen sich meine Kinder schon lange: endlich mal auf einem Flohmarkt verkaufen.

Wenn Dich dieser Artikel interessiert hat, dann schau doch auch einmal Mehr Zen im Kleiderschrank oder Who made my clothes? an.

 

Namasté und frohes Ausmisten

wünscht euch eure Eva xx

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