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Achtsam essen, achtsam genießen

Acchtsam essen, achtsam genießen

Achtsam essen, achtsam genießen. Bloggen ist toll und eine wunderschöne Sache, die das Bloggen noch so mitbringt, ist der Kontakt zu anderen Bloggern und auch die Kooperationen, die sich ergeben. Es ist eine schöne und sehr inspirierende Community. Einen sehr netten Kontakt habe ich z.B. mit Dominik vom Blog Supersimpel. Ich mag die Blogthemen von Dominik sehr und auch die Art wie er darüber berichtet. Wenn ihr seinen Blog noch nicht kennt, dann schaut doch mal bei ihm auf supersimpel.at vorbei. heute berichtet Dominik bei mir über das achtsame Essen. Dies ist ein wichtiges Thema, denn gerade beim Thema Essen beobachte ich oft, dass es im Alltag oft um „schnell, viel und günstig“ geht. Schnell, da viele Termine warten. Viel, da durch das schnelle und auch unachtsame essen oft gar kein Sättigungsgefühl mehr entsteht. Und günstig, da Geld oft lieber für noch mehr Klamotten verwendet wird, statt für gesunde und gute Nahrungsmittel. Wie du deine Ernährung mit mehr Achtsamkeit und somit auch Zufriedenheit gestalten kannst, auch wenn du dich bereits sehr bewusst ernährst, berichtet dir Dominik nun in folgendem Artikel.

Mein Name ist Dominik Radl. Ich freue mich, hier auf Flow & Glow einen Artikel veröffentlichen zu dürfen. Auf meinem Blog supersimpel.at möchte ich meinen Weg zu einem bewussten, entspannten und intensiven Leben mit dir teilen. In meinen Artikeln berichte ich über meine Erfahrungen und Gedanken und will dir helfen, dein Leben achtsam zu genießen.

Das Thema »achtsam essen« ist mir sehr wichtig. Wir alle essen. Wir essen mehrmals pro Tag – jeden Tag. Manchmal aufmerksam, manchmal hastig, manchmal automatisiert, manchmal dankbar. Wir essen alleine, wir essen als Familie und wir essen mit Freunden. Wir essen zuhause und wir essen in Restaurants. Wir kochen selbst, wir lassen kochen.

Essen scheint allgegenwärtig zu sein. In jeder Kultur gibt es bestimmte Rituale, Gewohnheiten und Geheimnisse rund um das Essen. Höchste Zeit, den Lebensmitteln, die uns nähren unsere ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Ich spreche vom achtsamen Essen.

Achtsames Essen kann als exakter Gegenpunkt zu Fastfood gesehen werden. Beim achtsamen Essen wird jedem Schritt, vom Anbau der Lebensmittel bis zum Abwasch des Geschirrs die volle Aufmerksamkeit gewidmet.

Was das in der Praxis bedeutet, möchte ich im Folgenden beschreiben. Nach diesem Artikel wirst du deinen Umgang mit Essen in einem anderen Licht sehen.

  1. Achtsame Auseinandersetzung mit Lebensmitteln

Achtsam zu essen bedeutet zuallererst, sich damit auseinanderzusetzen, was wir essen. Es bedeutet, den Lebensmitteln Respekt entgegenzubringen.

Egal ob du dich vegan, vegetarisch oder omnivor ernährst – die achtsame Auseinandersetzung mit Lebensmitteln schult dein Bewusstsein und deine Verbundenheit zur Erde. Rufe dir ins Bewusstsein, dass alles miteinander verbunden ist und dass Gemeinschaft nur durch ein Gleichgewicht funktionieren kann.

Wenn du dich vom Gedanken distanzierst, am Ende der Nahrungskette zu stehen, nimmst du dich selbst als Teil eines Kreislaufs wahr. Das macht einen großen Unterschied in der Wahl und im Umgang mit den Lebensmitteln.

Was vor dir passiert ist, hat seine Berechtigung und was nach dir passiert, ist ebenso wichtig. Wir sind eine Station in diesem Kreislauf. Lass uns dieser Position bewusst sein und dementsprechend handeln.

Jetzt gilt es, den Ursprung der Lebensmittel und ihren Platz in diesem Kreislauf zu erfahren. Was bedeutet es, ein Tier aufzuziehen, es zu füttern, zu pflegen, es schließlich zu schlachten und zu verarbeiten? Ist dieses Verhalten Teil meiner persönlichen Vorstellung eines funktionierenden Gleichgewichts?

Was bedeutet es, ein Feld zu bewirtschaften? Was bedeutet es, ein Gewächshaus zu bewirtschaften? Wie funktioniert diese Bewirtschaftung eigentlich? Wo wächst diese Pflanze und wie kommt sie zu mir? Hat dieser Aufwand Platz in meiner Vorstellung eines funktionierenden Gleichgewichts?

Sich diese Fragen zu stellen ist hart. Deshalb tun es die meisten Menschen nicht. Meiner Meinung nach gehört das jedoch dazu, wenn wir achtsam und ganzheitlich essen wollen.

Die achtsame Auseinandersetzung mit Lebensmitteln:

  • Stelle fest, woher sie kommen, wie es angebaut werden, welchen Weg sie hinter sich haben und welchen Aufwand es darstellt, sie in deine Küche zu bringen.
  • Berühre die Lebensmittel, rieche und spüre sie.
  • Sei dankbar für den ganzen Weg der hierher geführt hat und sei dankbar für den Weg, der ab jetzt passiert.
  • Stelle fest, dass diese Lebensmittel dich zu dem machen werden, was du sein wirst. Beachte den »Stoff–Wechsel«.
  1. Achtsam kochen, respektvoll zubereiten

Nach der intensiven Auseinandersetzung mit den Lebensmitteln steht die achtsame Zubereitung an. Hier sind die Möglichkeiten unbegrenzt. Abhängig von Geschmack, Kultur und Erfahrung wirst du einige Zubereitungsarten bevorzugen.

Nutze diesen Schritt, um dir Gedanken zur Zubereitung von Lebensmitteln zu machen. Nimm wahr, welchen Stellenwert die Zubereitung von Essen in den unterschiedlichen Kulturen hat.

In vielen Kulturen ist es Brauch, gemeinsam zu kochen – oft den ganzen Tag lang. In Indien beispielsweise wird bereits in der Früh der Reis gekocht, der Abends gegessen wird. Menüs bestehen aus vielen kleinen Speisen, die über einen langen Zeitraum gemeinsam zubereitet werden.

Kochen, braten, dämpfen, schmoren und backen kann man auf so viele Arten. Diese Vielfalt und Erfahrung hat letztlich dafür gesorgt, dass wir heute einen riesigen Schatz an Möglichkeiten haben, unser Essen zuzubereiten.

Bei der achtsamen Zubereitung bist du dir all dessen gewahr. Nimm dir die nötige Zeit, um deine Lebensmittel respektvoll zuzubereiten. Du musst kein Meisterkoch sein und auch keineswegs irgendetwas gelernt haben. Wichtig ist nur, dass du dir Mühe gibst.

Sei aufmerksam, wenn du das Gemüse schneidest, sei aufmerksam, wenn du es brätst, dämpfst, schmorst oder bäckst. Beachte, wie sich der Zustand des Lebensmittels verändert. Wie verhält sich der Geruch und die Farbe?

Achtsam zu essen heißt sich respektvoll zu verhalten. Dazu gehört auch der Respekt vor dem Eigengeschmack des Lebensmittels. Töte ihn nicht ab durch den übermäßigen gebraucht von Saucen oder Salz. Versuche, ihn zu unterstützen.

Berücksichtige auch die Beschaffenheit des Lebensmittels. Koche es nicht, bis nichts mehr davon übrig bleibt, brate es nicht, bis es steinhart ist. Versuche, die Schönheit in den unterschiedlichen Strukturen zu erkennen.

Achte auf das »Leben« in den Lebensmitteln. Verarbeite es nicht, bis es eine tote, fasrige Hülle ist. Der Ernährungswissenschaftler und Personal Trainer Paul Chek nimmt an, dass die Lebensenergie jedes Lebensmittels (Pflanze und Tier) ab dem Zeitpunkt, zu dem es von seiner Quelle (Boden oder Herz) getrennt wird, abnimmt.

Mit jeder Minute und jeder Stufe der Verarbeitung nimmt sie weiter ab. Er sagt, dass wir Lebensenergie aufwenden müssen, wenn wir etwas essen, das weniger Energie hat als wir selbst. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir Lebensenergie in uns aufnehmen, wenn wir frische, wenig verarbeitete Lebensmittel zu uns nehmen.

Die achtsame Zubereitung der Lebensmittel:

  • Behandle die Lebensmittel schonend und respektvoll.
  • Nimm dir Zeit für die Zubereitung.
  • Gib dir Mühe und sei aufmerksam.
  • Respektiere den natürlichen Geschmack, die Beschaffenheit und das Leben des Lebensmittels.
  1. Achtsam essen, kauen, schmecken, fühlen

Jetzt ist das Essen achtsam und respektvoll zubereitet. Nun ist es an der Zeit, es ebenso achtsam und respektvoll zu essen. Essen ist weit mehr als das Stillen von Hunger und das Decken ernährungsphysiologischer Bedürfnisse. Es gab keine Zeit seit Menschengedenken, in der das gemeinsame Essen nicht etwas Besonderes war.

Essen zu teilen ist eine große Geste – auch wenn es in unseren Breiten Nahrung im Überfluss gibt. Lade Menschen zum Essen ein, die dir wichtig sind und lass sie teilhaben an all der Energie, die notwendig war, um die Lebensmittel anzubauen, zu transportieren, sie auszuwählen und zuzubereiten. Teile die Vergangenheit dieser Mahlzeit und bereite damit anderen Menschen Freude.

Lass vor dem Essen einen Moment der Ruhe zu. Ziehe in Erwägung, Dankbarkeit zu zeigen und sie auch deinen Gästen zu kommunizieren. In manchen Familien ist ein Tischgebet üblich. Aber auch Menschen, die nicht religiös sind, können diesen Zeitpunkt nützen, um dankbar zu sein.

Iss langsam und bedächtig. Bemerke, was du liebevoll produziert hast. Nimm die Strukturen und Geschmäcker wahr. Nimm die Temperatur und Beschaffenheit wahr. Was schmeckst du, was fühlst du? Was macht das Essen mit dir? Bist du glücklich? Hast du das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben?

Kaue langsam und oft, das ist nicht nur gesund und hilft der Verdauung, sondern es eröffnet eine neue Dimension der Geschmäcker. Je öfter du kaust desto weiter spaltest du den Zucker auf und setzt Süße frei. Gib jedem Bissen die Chance, sich zu verändern.

Benenne, was du fühlst. Schmeckt dieser Bissen süß, salzig, sauer oder scharf? Wie ist die Struktur? Ist das Gemüse kernig, fasrig, weich oder knackig? Hat es viel Flüssigkeit in sich? Wie ergänzen sich die verschiedenen Zutaten? Welche Gewürze kannst du erkennen?

Sei auch während des Essens achtsam, um zu bemerken, wann du genug hast. In Okinawa (in Japan, lange Zeit die Insel der Menschen mit der höchsten Lebenserwartung) gibt es traditionell eine Methode, die sich »hara hachi bu« nennt. Das bedeutet übersetzt »Bauch, acht von zehn Teilen«. Nach dieser Methode hört man auf zu essen, wenn man satt, aber nicht voll ist – also bei 80 % Sättigung. Diese Methode ist ein Grund dafür, warum die japanische Ernährung als eine der gesündesten weltweit gilt.

Der achtsame Verzehr der Lebensmittel:

  • Lass andere Menschen an deinem Essen teilhaben.
  • Halte inne und sei für diese Speise dankbar.
  • Iss langsam und kaue oft, das ist gut für die Gesundheit und den Geschmack.
  • Stelle den Geschmack und die Beschaffenheit fest, versuche, sie zu benennen.
  • Fühle, was das Essen mit dir macht.
  • Iss bis du satt, aber nicht voll bist.
  1. Achtsam abwaschen, das gehört dazu

Mit der Auswahl, der Zubereitung und dem Verzehr ist es nicht getan. Achtsames Essen ist eine ganzheitliche Praxis. Dazu gehört auch der Abwasch.

Wenn jeder Anwesende fertig gegessen hat, kann gemeinsam abgeräumt werden. Versuche nach Möglichkeit, das das Geschirr umgehend abzuwaschen. Am besten händisch – zumindest dann, wenn du alleine gegessen hast. Es ist der Abschluss eines weiteren Kreislaufs. Du bringst zu Ende, was du begonnen hast und legst damit den Grundstein für den nächsten Kreislauf.

Diese Gewohnheit ist einfach, aber wirkungsvoll. Achtsam und in Ruhe das Geschirr zu waschen ist eine wunderbare Übung. Es gibt auch Zen–Texte zu diesem Thema. Nimm dir nach dem Essen noch etwas Zeit. »Nach dem Essen sollst du ruh’n oder tausend Schritte tun.« – welche Möglichkeit du bevorzugst ist deine Sache, ich denke, beide haben ihre Berechtigung.

Nach dem Essen:

  • Warte, bis die letzte Person in Ruhe fertig gegessen hat.
  • Räume das Geschirr ab. Ob du dir dabei helfen lässt, ist deine Sache.
  • Wasche das Geschirr direkt ab. Entweder händisch oder du räumst es in die Spülmaschine.
  • Nimm dir noch einen Moment Zeit nach dem Essen. Mach eine Weile Pause oder einen kurzen Spaziergang. Beides tut gut.

Achtsam essen jeden Tag?

Wenn ich behaupten würde, immer achtsam zu essen, müsste ich lügen. Diese Praxis wird beispielsweise in Tempeln praktiziert. Gemeinsames, achtsames Essen steht dort an der Tagesordnung. Ich kann leider nicht von mir behaupten, zu essen wie ein Mönch.

Aber ich versuche, diese Praxis in mein Leben zu integrieren. Zumindest einige Bestandteile setze ich regelmäßig um. Ich bin stets dankbar für mein Essen und empfinde sowohl beim Kauf, als auch bei der Zubereitung und beim Essen tiefen Respekt und Verbundenheit mit der Erde.

Wenn ich mich dabei erwische, wie ich mein Essen hastig hinunterschlinge, halte ich inne. Ich nehme ein paar tiefe Atemzüge. Der Mönch Thich Nhat Hanh behauptet, einige tiefe und ruhige Atemzüge würden unseren Geist mit unserem Körper in Einklang bringen. So ist es uns möglich, wirklich zu fühlen. Fühlen, ob wir satt sind, fühlen, was das Essen mit uns macht.

Ich denke, es ist wie bei der Meditation: Es ist nicht so wichtig, ob du jeden Tag zweimal eine halbe Stunde sitzt und meditierst, sondern dass du bemerkst, dass Meditation überall ist und dein Leben bereichert. Versuche es einfach. Nimm dir für die nächste Mahlzeit genügend Zeit und widme ihr deine volle Aufmerksamkeit.

Achtsames Essen ist erfüllend und eröffnet neue Dimensionen. Du wirst Lebensmittel mehr zu schätzen lernen und neue Geschmäcker und Strukturen entdecken. Es gibt keinen Grund, es nicht auszuprobieren.

Wenn dir der Artikel geholfen hat und du mehr über Achtsamkeit, Meditation, Gewohnheiten, Einfachheit oder Gesundheit erfahren möchtest, dann freue ich mich über deinen Besuch auf supersimpel.at.

Ich würde mich über einen Kommentar mit deiner Meinung zum achtsamen Essen freuen.

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Vielen lieben Dank dir, Dominik, für diesen schönen und informativen Artikel.

Habt einen schönen Wochenstart,

Namasté, eure Eva xx

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2 Comments

  • Reply
    Dominik
    22. Mai 2017 at 16:34

    Hallo Eva,

    vielen Dank, dass ich diesen Artikel mit deinen Lesern teilen durfte!
    Ich finde die Blogger–Community auch sehr wertvoll, lass uns alle gemeinsam etwas Großartiges machen 🙂

    Liebe Grüße,
    Dominik

    • Reply
      Eva
      23. Mai 2017 at 6:12

      Hallo lieber Dominik, ich danke dir für den schönen Artikel. Hab einen wundervollen Tag! Liebe Grüße, Eva

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