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Ayurveda & Ernährung Interview mit der Ayurveda-Expertin Ananda Eggert-Matthis

Ayurveda & Ernährung

Heute habe ich ein Interview für euch vorbereitet, das mir schon lange im Kopf rumgespukt ist. Es geht ums Ayurveda, die ganzheitliche indische Heilkunst, die auch „das Wissen vom Leben“ genannt wird. Ich habe mich als Teenager viel mit dem Ayurveda beschäftigt. Auch in der Yogalehrerausbildung haben wir Ayurveda als Thema betrachtet und vieles ausprobiert. Aber so wirklich gefunkt hatte es nie. Meine Liebe zu dieser ganzheitlichen und natürlichen Heilkunst ist erst durch meine Yoga-Freundin Ananda erblüht. Sie hat eine wunderbar undogmatische Art, dieses alte Wissen ganz unkompliziert und lebensnah zu machen. Denn schon kleine Veränderungen und Achtsamkeiten, die du aufgrund deines eigenen Konstitutionstyps in deinen Jahres- und Tages-Rhythmus einbauen kannst, haben bereits große Auswirkung auf dein Wohlbefinden und deine Lebensenergie. Deshalb wird es auch eine Themenreihe hierzu mit Ananda auf meinem Blog geben und wir haben eine Workshop-Reihe dazu erstellt.

Ananda Eggert-Matthis ist -quasi von Geburt an – Yogini, denn ihre Eltern gehörten zu den ersten Yogalehrern in Deutschland. Sie ist selbst Yogalehrerin, Yogatherapeutin, Heilpraktikerin und ausgebildet in ayurvedischer Medizin. Wenn ihr sie erleben möchtet: Ananda führt eine wunderbare Frauenheilpraxis mit Yogastudio in Heidelberg. Und ich bin sehr glücklich und dankbar, zusammen mit ihr regelmäßige Workshops sowohl in Heidelberg als auch in Neckargemünd anbieten zu dürfen.

 

Wie bist Du zum Ayurveda gekommen und was begeistert Dich an dieser Heilkunst?

Durch meine Eltern, die beide Yogalehrer waren. Sie haben sich bereits in den 50er-Jahren mit gesunder Ernährung & Lebensweise und dem Ayurveda beschäftigt. Somit bin ich praktisch mit diesem Thema aufgewachsen.

Mich faszinierte schon immer, wie einfach es ist, anhand der ayurvedischen Typenlehre zu erkennen, was gut für mich ist und wie ich auch im Alltag meinen idealen Rhythmus finde, um ruhig und ausgeglichen zu sein.

Toll finde ich auch, dass es im Ayurveda in erster Linie um die Gesunderhaltung geht. Das bedeutet, dass der Großteil der Empfehlungen sich auf die Gesunderhaltung des Menschen ausrichtet und nur zum geringeren Teil auf die Heilung von Krankheiten. Ayurveda ist somit eine ganzheitliche Gesundheitslehre und Lebensphilosophie. Es geht auch darum, mit sich selbst achtsam und liebevoll umzugehen.

 

Wie integrierst Du Ayurveda in Dein Leben und Deinen Alltag?

Ayurvedisch zu leben ist eigentlich ganz einfach. Es bedeutet im Einklang mit seiner Natur und auch der Natur um uns herum zu leben. Meine eigene Natur kann ich über die Bestimmung meines Konstitutionstyps besser verstehen und durch dieses Wissen auch besser spüren lernen. Und dieses Wissen um meinen Konstitutionstyp integriere ich dann in meinen Alltag. Ich tue das, was mir gut tut und unterlasse das, was mir nicht gut tut. Vieles ergibt sich dann von selbst.

 

Kannst du mir hierzu ein paar Beispiele nennen?

Als feuriger Pitta-Typ achte ich besonders darauf, Nahrung zu mir zu nehmen, die eher kühlend und beruhigend ist. Denn wenn man einem ohnehin schon hitzigen System noch Feuer hinzu gibt, kann Dampf entstehen. Das heißt, wenn jemand mit feuriger Konstitution eine scharf gewürzte Mahlzeit zu sich nimmt, dann erhöht sich das Feuer noch und es kommt zu einem „überhitztem Genüt“ und der Körper kommt in sich nicht zur Ruhe. Das ist dann nicht ausgleichend und auch nicht förderlich für das eigene Wohlbefinden. Doch wenn man den eigenen Konstitutionstyp kennt und die Grundfunktionen versteht, kann man positiv auf die eigenen Stärken und Schwächen einwirken und das körperliche und wie auch geistige Wohlbefinden immens steigern und somit mehr Lebensenergie entfachen.

 

Gibt es eine Ayurvedische Routine, die Du regelmäßig praktizierst?

Unbedingt! Wenn ich keine Tagesroutine habe, dann fühle ich mich unruhig. Deshalb stehe ich immer etwa zur selben Zeit auf, reinige meine Zunge mit einem Zungenschaber und trinke dann erst ein großes Glas heißes Wasser mit Zitrone. Das regt prima das morgens noch träge Verdauungsfeuer an. Ich ernähre mich nach den Tageszeiten und plane meine Pausen ein. Mein feuriger Pitta-Typ verlangt einfach nach ausgeglichenen Tagesabläufen.

 

Hast Du einen besonderen Ayurveda-Tipp?

Gerade im Frühling gibt es tolle Rezepte, um zu mehr Leichtigkeit und Frische zu gelangen. Es gilt, die angestauten Schlackstoffe, die sich über den Winter angesammelt haben, im Ayurveda Ama genannt, loszuwerden. Dazu gibt es zwei einfache Mittel: Gut gekochtes Wasser den Tag über in kleinen Schlucken zu trinken und viel Bewegung. Ebenso ist ayurvedische Massage ein wichtiger Pfeiler in der ayurvedischen Therapie.

Das Verdauungsfeuer kann beispielsweise durch das Trinken von heißem Wasser mit Ingwer oder auch Zitrone angeregt werden. Und durch das Würzen der Speisen mit Gewürzen wie Kreuzkümmel, Kurkuma und Koriander. Gewürze sind überhaupt die Kostbarkeiten der ayurvedischen Küche. Es macht sehr viel Freude, sich näher damit zu beschäftigen.

 

Was empfiehlst Du Neulingen, die sich mit Ayurveda beschäftigen wollen?

Zunächst ist es wichtig, die ayurvedischen Grundprinzipien zu kennen, wie z.B. den Tages- und Jahresrhythmus. Dann solltest du deinen Konstitutionstyp kennen und wie sich dieser im Rhythmus von Jahr und Tag verhält. Das klingt jetzt kompliziert, ist aber ganz einfach. Einen wunderbaren Einblick und Einstieg hierzu bieten unsere regelmäßigen Workshops.

 

Du ernährst Dich auch ayurvedisch. Welche Vorteile hat die ayurvedische Ernährung?

Ich liebe es, ayurvedisch zu kochen und mit den verschiedenen Gewürzen zu arbeiten. Die ayurvedische Küche bietet viele Rezepte, die schnell und einfach zuzubereiten sind. Mein Lieblingsgericht ist Dal aus roten Linsen. Die Zutaten sind nicht so umfangreich, wie man vielleicht annehmen würde. Man muss sie nur kennenlernen und wissen, wann man sie einsetzen kann. Daraus resultiert eine sehr facettenreiche Küche.

 

Hast du ein Lieblingsgewürz?

Kurkuma ist für mich ein Wundermittel. Es ist entzündungshemmend und kann sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden. Es hilft prima bei Hautirritationen als auch bei Erkältung. Und bei vielem mehr. Wenn ich merke, dass sich eine Erkältung anbahnt, dann trinke ich gleich einen Tee aus Kurkumapulver. Kurkuma regt dabei auch das Verdauungsfeuer an, ohne mein Pitta zu erhöhen.

 

Vielen Dank dir, liebe Ananda, für deine schönen Antworten. Ich freue mich schon sehr auf unseren nächsten gemeinsamen Workshop zum Thema Ayurveda 🙂

Ich habe Ananda übrigens auch nach dem Rezept für ihr Lieblingsgericht gefragt, den Dal aus roten Linsen. Ich werde es die Tage online stellen und auch hier im Artikel verlinken.

 

Namasté

eure Eva

 

 

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