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YOGA

Der menschliche Geist ist wie ein See Die fünf Zustände des Geistes

Die fünf Zustände des Geistes

Der menschliche Geist ist wie ein See

Ich teile am Anfang jedes Yogakurses einen Spruch aus, mit dem wir uns während des Kurses immer wieder beschäftigen. Gerade ist dies der zweite Satz aus den Yogasutras von Patanjali: Yogas citta vritti nirodhah was übersetzt heißt ‚Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der Gedanken im Geist‘. Nirodha ist der höchste der fünf menschlichen Geisteszustände. Ich finde es schön, dass es gleich fünf Geisteszustände gibt und dass man sich durch Achtsamkeit und Übung in höhere Geisteszustände bewegen kann. Das verdeutlicht, dass Yoga ein Weg ist. Ein Weg mit vielen Stationen. Ein Weg um das eigene Glück oder auch Glücklichsein zu vermehren.

Zur Erklärung der Geisteszustände wird gerne das Bild eines Sees herangezogen. Im See ist Wasser und es kann Wellen geben. Und am Boden des Sees befindet sich ein goldener Schatz. Das Wasser symbolisiert den menschlichen Geist (citta). Die Wellen (vritti) sind unsere Gedanken. Und der goldene Schatz am Boden des Sees ist Atma, unser wahres Selbst.

 

Citta Bhumi oder die 5 Zustände des Geistes

Mudha ist der niedrigste Geisteszustand. Hier ist der See schlammig, dreckig und eher braun-grün gefärbt. Der Schatz am Grund des Sees ist hier auf keinen Fall erkennbar. Der Geist ist träge, müde und faul. Er neigt dazu melancholisch und deprimiert zu sein.

Kshipta ist der nächsthöhere Zustand (Bhumi). Hier ist der See sehr bewegt.Es gibt viele Wellen. Wind kommt von einer Seite. Es rauschen mehrere Motorboote über den See, Enten schwimmen und von einer ganz anderen Seite fließt noch ein kleiner Fluss in den See hinein. Der See ist sehr unruhig mit vielen Wellen, viel Zerstreuung. Und so ist auch der Geist: unruhig und zerstreut. Es gibt keinerlei Fokus. Er will heute dies morgen das und will überhaupt sehr viel. Den Schatz kann man aufgrund der Unruhe im See/Geist natürlich auch nicht erkennen.

Das waren die beiden untersten Geisteszustände. Jetzt geht es nach oben.

Vikshipta heißt der nächste Geisteszustand. Hier kommt der Wind nur noch von einer Seite und es gibt ein klares Wellenbild. So kann man den Schatz immer mal wieder von unten aufleuchten sehen. Der Geist bemüht sich um Sammlung, um Konzentration.

Ekagrata. Hier gibt es nur noch eine Welle im See und der Schatz ist drumherum erkennbar. Ekagrata ist vollkommene Konzentration, Einpünktigkeit.

Nirodha ist der höchste Zustand, den der Geist haben kann. Hier ist der See vollkommen ruhig, es gibt keine Wellen mehr und der Schatz ist dauerhaft und klar erkennbar. Der Geist ist zur Ruhe gekommen und du bist vollkommen präsent.

 

Der Schatz der Erkenntnis

Der Schatz ist die Erkenntnis unseres wahren Selbst: Sein, Wissen und Glückseligkeit. Und so lautet auch der nächste Satz der Yogasutras: ‚Dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen‘. Unser wahres Wesen ist Glückseligkeit. Somit begebe ich mich auf dem Yogaweg auch auf den Weg zu mehr Freude, Zufriedenheit und Glück.

Ich habe die fünf Zustände des Geistes – wie oben beschrieben – während meiner Yogalehrerausbildung gelernt. Du kannst dies auch selbst nachlesen und dein Wissen noch weiter vertiefen, z.B. in den Yoga Sutras oder im Yoga Philosophie Atlas.

Die Unterscheidung der fünf Geisteszustände kommt aus dem Raja Yoga, dem Yogaweg, der sich mit dem menschlichen Geist beschäftig. Alle sechs Yogawege habe ich hier erklärt.

 

Ich wünsche euch eine ruhige See 😉

eure Eva

 

 

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