Flow & Glow
YOGA

Wie kann ich die Fastenzeit nutzen? SETZE NEUE ENERGIEN FREI

fasten_teller

Wie kann ich die Fastenzeit nutzen? Dieses Jahr habe ich mir fest vorgenommen die Fastenzeit zu nutzen. Nur wie? Bisher war ich wenig erfolgreich mit dem Verzicht auf Nahrung. Ich habe zweimal nach Anleitung klassisch gefastet und beide Male hat es mir nicht gut getan. Mein Körper wird bei längeren Fastenzeiten schwach und letztendlich krank. Mit meinem Konstitutionstyp, soll ich nur einzelne Fastentage einlegen, maximal bis zu drei Tagen fasten, habe ich mittlerweile gesagt bekommen. Also habe ich mir überlegt, was Fasten eigentlich bedeutet und wie ich alternativ die Fastenzeit nutzen könnte.

Doch was heißt Fastenzeit eigentlich? Wofür steht sie?

Mit Fastenzeit werden im Christentum die Vorbereitungen auf das Osterfest bezeichnet. Sie beginnen jedes Jahr zu Aschermittwoch und enden an Karsamstag. Dieses Jahr ist das der Zeitraum vom 10. Februar bis zum 26. März 2016. Da die Sonntage nicht als Fastentage gelten und somit auch nicht mitgezählt werden, sind das genau 40 Tage. Dies hat symbolischen Charakter: 40 Tage und Nächte hat Jesus in der Wüste gefastet, 40 Tage dauerte die Sintflut, 40 Tage verweilte Moses auf dem Berg Sinai und 40 Jahre ist das Volk Israel durch die Wüste gezogen. Die Zahl 40 steht in der Bibel für eine Zeit in der sich das Leben durch die Begegnung mit Gott verändert. In der Fastenzeit wird traditionell gebetet und gefastet, um so das Leben neu auf Gott auszurichten. Es ist eine Zeit der Besinnung und inneren Einkehr.

Im Yoga zählt das Fasten zu Tapas. Tapas ist ein Begriff aus dem Sanskrit, der Sprache der heiligen indischen Schriften, der Sprache des Yoga. Wie viele Sanskritbegriffe taucht auch Tapas in unterschiedlichen Schriften mit unterschiedlichen Bedeutungen auf. Im Raja Yoga (hier geht es um die Entwicklung der Herrschaft über den Geist, siehe Was ist Yoga?) gehört Tapas zu den 5 Niyamas, das sind im Raja Yoga die 5 ethischen Regeln im Umgang mit sich selbst (Patanjali, Yoga Sutras II.32). Tapas heißt hier Disziplin, Askese oder auch das Tun von etwas, das du nicht magst. Hier zählt das Fasten mit hinein. Durch Tapas kannst du über deine Wünsche hinauswachsen und Herr deines eigenen Willens werden. Durch den Verzicht auf etwas setzt du Energien für Neues frei.

Tapas oder Fasten kannst du auf verschiedene Weise praktizieren:

  • du kannst ganz klassisch auf Nahrung verzichten
  • du kannst Gewohnheiten oder Bequemlichkeiten entsagen
  • du kannst ein Thema oder Projekt mit Disziplin verfolgen
  • du kannst etwas tun, was du eigentlich nicht magst

Die Fastenzeit ist eine Zeit der Besinnung, eine Zeit des Rückzugs, des „Weniger“. Und dieses Weniger setzt neue Energien frei. Der Körper und das Selbst bekommen neue Impulse, neue Kraft. Wir können uns auf das Wesentliche besinnen.

Weniger kann der Verzicht auf Nahrung sein, oder auch nur Süßigkeiten, Alkohol, Zigaretten… Vielleicht lasse ich auch eine Mahlzeit am Tag weg und ersetze sie durch einen grünen Smoothie. Weniger das können auch Gewohnheiten sein, wie jeden Tag ins Auto zu steigen für Strecken, die ich auch zu Fuß oder mit den Rad zurücklegen kann. Weniger kann auch der Verzicht auf Handy, Fernseher, Computerspiele, Social Media sein, entweder komplett oder auch ab einer bestimmten Uhrzeit täglich. Weniger kann auch bedeuten, dass ich auf Schlaf verzichte, um früh morgens aufzustehen, und die so gewonnene Zeit vielleicht für meine spirituelle Praxis (Yoga, Meditation…) zu nutzen…

Es gibt so viele Ideen. Überleg dir selbst einmal, was bei dir „Weniger“ sein könnte. Was sind deine Themen? Auf was könntest du verzichten? Oder was könntest du machen, um in der Fastenzeit etwas Ruhe einkehren zu lassen?

Tapas oder auch Fasten kann man natürlich immer starten. Aber ich finde die klassische Fastenzeit ist ein schöner Rahmen hierfür. So kann man christliche Tradition mit neuen Impulsen verbinden und leben. Du übst dich in Disziplin und setzt neue Energien frei für den Frühling, die Zeit des Wachstums. Probiere es einmal aus und sei gespannt, was alles möglich ist, wenn mal nicht alles möglich ist.

Ich wünsche euch eine schöne Fastenzeit!

xx Eva

 

You Might Also Like...

No Comments

    Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: