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MEDITATION

Lichtmeditation mit einer Kerze Tratak - das Fixieren des Blickes

Lichtmeditation Tratak

Lichtmeditation mit einer Kerze. Tratak – das Fixieren des Blickes.

Blicke (ohne mit den Augenlidern zu zwinkern) eine Minute auf einen Gegenstand, mit deinem Geist konzentriert, bis die Tränen in die Augen kommen. Das wird von den Gurus Tratak genannt. Durch Tratak werden alle Beschwerden des Auges und Trägheit beseitigt. So sollte es als ein goldenes Schatzkästchen sorgfältig unter Verschluss gehalten werden.“ (Hatha Yoga Pradipika, Kapitel II, Vers 31-32)

Tratak ist eine Reinigungsübung für die Augen, eine Konzentrationsübung und eine Meditationstechnik. Es ist das Starren auf einen Gegenstand oder Punkt ohne dabei zu blinzeln. Wo deine Augen hinwandern, wandert auch dein Geist hin. Wenn du deine Augen bzw. deinen Blick auf einen Gegenstand fixierst, so kommt auch dein Geist zur Ruhe.

Tratak ist eine einfache Meditationsform, die dir hilft dich in Kontakt mit deinem inneren Licht zu bringen und deinen Geist mit positiver Energie aufzuladen.

Hier eine Anleitung wie ich die Lichtmeditation während meiner Meditationskursleiterausbildung gelernt habe:

Stelle eine Kerze im Abstand von zwei bis fünf Metren und etwas unterhalb von Augenhöhe vor dir auf. Wenn du eine Brille trägst oder Kontaktlinsen, so nimm die vorher ab bzw. entferne sie. Dann nimm eine bequeme Sitzhaltung ein, die du eine Weile ruhig halten kannst. Schließe deine Augen und beobachte deinen Atem, wie er ein- und ausströmt, ohne dass du etwas tun musst. Spüre die Weite in dir, den gleichmäßigen Fluss deines Atems. Du atmest ein und du atmest aus. Dein Atem wird immer ruhiger und mit deinem Atem auch dein Geist.

Öffne nun deine Augen und schaue direkt in die Flamme hinein. Bleib dabei ganz ruhig und versuche nicht zu blinzeln. Lass die Flamme auf dich wirken. Stell dir vor, dass durch die Flamme Licht, Energie und Positivität in dich hineinströmt. Es kann passieren, dass deine Augen nach eine Weile tränen oder feucht werden. Wenn die Augen tränen so wird Tratak auch zu einer Reinigungsübung. Versuche die Augen möglichst offen zu lassen. Halte deine Konzentration ungefähr eine Minute auf der Flamme.

Schließe nun die Augen und beobachte was du mit geschlossenen Augen sehen kannst. Vielleicht ist es ein Nachbild der flamme, ein Negativ der Flamme oder auch eine Farbe oder Form. Vielleicht ist es aber auch einfach nur dunkel. Nimm bewusst wahr, was du sehen kannst. Deine Augen sind dabei ganz entspannt.

Öffne nun wieder deine Augen und blicke ganz entspannt und ruhig in die Flamme hinein. Lass das Licht der Flamme wieder auf dich wirken. Richte deine volle Konzentration auf die Flamme. All deine Gedanken ziehen zur Flamme und werden langsam immer ruhiger. Du wirst immer ruhiger. Spüre wie Licht,Kraft und Positivität von der Flamme in dich hineinströmt. Halte deinen wieder eine Minute auf der Flamme. Lass die Flamme ganz auf dich wirken. Sollten die Augen anfangen zu brennen, dann blinzele kurz oder schließe auch die Augen für einen Moment.

Schließe nun wieder die Augen und beobachte was du mit geschlossenen Augen sehen kannst. Achte darauf, dass deine Augen ganz entspannt bleiben. Spüre die Ruhe in dir.

Öffne die Augen noch einmal und schaue wieder in die Flamme. Dieses Mal, fokussiere die Flamme nicht sondern so als würdest du durch sie hindurchschauen. Vielleicht nimmst du so einen wunderschönen Lichtkranz um die Flamme herum wahr und kommst somit zu einem meditativen Zustand kommen. Lass dich durch das Licht zur inneren Stille führen.

Nach einer Minute schließe wieder deine Augen. Deine Augen sind vollkommen entspannt. Schaue durch die geschlossenen Augen leicht nach oben und weit in die Unendlichkeit. Werde dir dabei bewusst, was du in der Mitte deiner Stirn spüren kannst. Bleibe dabei ganz konzentriert, entspannt und ruhig. Hab keine Erwartungen und akzeptiere alles was kommt.

Wenn du Tratak regelmäßig übst, kannst du die Augen mit der zeit länger geöffnet und auch länger geschlossen halten.

Für alle die sich bereits im Yoga gut auskennen: Tratak ist nicht nur eine Meditationstechnik sondern gehört auch zu den sechs Reinigungsübungen, den Stahkriyas („Shat“ bedeutet „sechs“ und Kriya bedeutet im Hatha Yoga „Reinigung“). Diese werden ausführlich in der Hatha Yoga Pradipika beschrieben. Sie sind gut für die Gesundheit, führen zu mehr Energie und Freude. Für die Shatkriyas solltest du bereits fest im Yoga verankert sein und du solltest sie von einem erfahren Yogalehrer erlernen. Frag doch einmal deinen Yogalehrer oder deine Yogalehrerin danach.

Die Lichtmeditation ist eines meiner Rituale im Rahmen der Rauhnächte.

Viel Freude beim Meditieren!

xx Eva

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