Flow & Glow
HAPPINESS

Vegan in China Mein Reisebericht aus Peking

tiananmen

Vegan in China. Mein Reisebericht aus Peking. Ich bin wieder zurück aus Peking. Es war wundervoll, Abenteuer pur und hat all meine Erwartungen übertroffen (wenn ich überhaupt welche hatte). Beim Abflug hatte ich mir nicht gedacht, in solch einer aufregenden Stadt zu landen. Peking ist ein faszinierender Mix aus Tradition und Moderne. Neben Tempeln und alten Vierteln gibt es viele große, amerikanisch anmutende Einkaufszentren, schicke Läden und jede Menge stylische Bars, Cafés und Restaurants.

Anstoß der Reise war der Besuch bei meinem Bruder, der seit 2,5 Jahren in Peking lebt und arbeitet. Da ich mit meinem Sohn Jakob alleine gereist bin, war ich sehr glücklich, dass ich mich überall sehr frei und sicher gefühlt habe. Wir waren viel unterwegs, sind täglich 15 bis – einmal sogar – 23 Kilometer zu Fuss gelaufen und haben unzählige Stunden in Taxis verbracht. Ich bin sehr stolz, dass mein Junge dies alles so begeistert mitgemacht hat. Er war durchweg begeistert von unseren Erlebnissen und hat sich kein einziges Mal beschwert, obwohl wir nonstop auf den Beinen waren. Aber dafür haben wir auch wirklich viel erlebt.

Gleich am ersten Tag, nachdem mein Bruder uns morgens um 8.30 Uhr vom Flughafen abgeholt hatte, sind wir nach kurzer Pause in seiner Wohnung ins Einkaufs- und Ausgehviertel Sanlitun aufgebrochen. Hier zeigt sich Peking von seiner schillernden Seite, ein teurer Schlitten fährt hinter dem nächsten. Ich habe noch nie so viele schicke Autos auf einem Haufen gesehen. Da war alles dabei, vom Rolls Royce bis zum Lamborghini. Nachdem ich eine absolut geniale chinesische Massage genossen hatte (ging eine Stunde lang und ich hatte teilweise Tränen in den Augen vor Schmerzen aber danach hat es sich einfach himmlisch angefühlt und das hält immer noch an), sind wir in mein Lieblingscafé gegangen: das Moka Bros. Hier bekommt man in stylischem Ambiente alles zu essen und auch trinken, was man sich als Veganer nur wünschen kann: leckere Smoothies und Smoothiebowls, vegane und auch paleo Gerichte mit Quinoa, Buchweizen, Avocado, Kohl… und jeder Menge Superfood. Vegan Bliss! So viele raffinierte Köstlichkeiten auf einer Karte vereint, hatte ich das letzte Mal in Amsterdam gesehen. In Heidelberg sind wir da nicht so verwöhnt 😉 So wie das Moka Bros gibt es noch ein paar weitere schicke Cafés und Restaurants. Man muss seine Ernährungsvorlieben also nicht über Bord werfen, wenn man nach Peking reist. Geht man allerdings in die typisch chinesischen Restaurants, so wird dies schon etwas schwieriger. Hier gibt es kaum ein Gericht ohne Fleisch auf der Karte und auch die Verständigung mit der Bedienung fällt schwer, wenn man niemanden dabei hat, der chinesisch spricht. So war zumindest mein Eindruck bei unseren 10 Tagen in Peking.

moka        paleorice

Was wir die kommenden Tage unternommen haben? Wir haben viele Sehenswürdigkeiten, wie den Lama Tempel besucht. Der Lamatempel, auch Yonghe-Tempel genannt, ist einer der größten lamaistischen Tempel außerhalb Tibets und hat als Hauptattraktion eine 18 Meter hohe Statue des Buddha Maitreya, die aus einem einzigen Sandelholzbaum geschnitzt wurde. Wenn man vor der Statue steht bekommt man Gänsehaut und kann sich kaum vorstellen, dass dieser riesige goldene Buddha aus einem einzigen Stück Baum geschnitzt wurde. Es ist überwältigend. Hier ist uns auch zum ersten Mal aufgefallen, dass wir ebenfalls eine Attraktion sind. Wir wurden ständig gefragt, ob wir für Fotos posieren können. Manchmal hat sich auch einfach jemand neben uns gestellt und sich dann tierisch gefreut, wenn wir mit auf dem Bild waren. Auch wurden uns immer wieder Selfiesticks vors Gesicht gehalten. Sehr offen und kontaktfreudig sind die Chinesen sowieso. Ganz anders als in Japan, wo ich allerdings vor 12 Jahren war. Dort sind die Leute eher weggerannt, wenn wir sie angesprochen hatten.

maitreya

Nach dem Lamatempel sind wir noch durch eines der traditionellen chinesischen Wohnviertel Pekings, ein Hutong, geschlendert. Hier gesellen sich hippe Shops und Cafés zwischen traditionelle Garküchen und alte Wohnbauten. Dieser Mix macht die Stadt unglaublich spannend und interessant. In diesem Hutong habe ich den besten veganen Bagel mit Pesto und Avocado meines Lebens gegessen. Man kann also auch außerhalb der modernen Viertel auf vegane Küche hoffen. Ein Abenteuer im Hutong waren auch die Klos. Denn Klos (oder besser gesagt ein Loch im Boden) gibt es immer alle paar Straßen – für alle Wohnungen, Restaurants und auch Läden – und diese sind öffentlich.

Auch die folgenden Tage waren spannend. Wir waren Tretboot fahren auf dem riesigen (in Peking ist alles riesig) See Beihai, der mitten in Peking künstlich angelegt wurde. Den Aussichtsberg Jingshan direkt hinter der Verbotenen Stadt haben wir erklommen und natürlich waren wir in der Verbotenen Stadt selbst, zusammen mit einer gefühlten Milliarde Chinesen bei sengender Hitze. Ich habe selten so geschwitzt und bin dauernd von Regen- bzw. Sonnenschirmen aufgespießt worden, die hübsche Chinesinnen trotz Gedrängel mit sich tragen, um ja weiß zu bleiben. Aber das hat kaum von der Schönheit der Anlage abgelenkt. Es ist wahnsinnig beeindruckend, durch so viel Pracht zu laufen. Jakob meinte, es sieht aus wie bei Kung Fu Panda. Da kann ich nicht mitreden… aber atemberaubend schön ist es auf jeden Fall.

verbotenestadt

Apropos Pandas… Wir waren auch im Zoo, Pandas angucken, denn Pandas kann man in Peking nur im Zoo bewundern. Normalerweise leben sie in der Region um Chengdu, 2000 Kilometer von Peking entfernt. Pandas-gucken war Jakobs größter Wunsch. Im Anschluss haben wir uns noch – zusammen mit 35.000 weiteren Menschen (das erwähne ich nur, weil ich von diesen Zahlen immer noch baff bin) – durchs Aquarium des Zoos gequetscht. Das war ein ähnliches Gefühl wie in der Verbotenen Stadt. Diese Menschenmassen sind für Kleinstädter eine wahre Herausforderung.

Gesehen haben wir noch den Tiananmen Platz, Chinatown in China mit viel Plastiknippes, das Künstlerviertel 798, den Silk Market (hier kann man allerlei gefälschte Luxusware kaufen), den Himmelsaltar mitsamt Parkgelände, viele verschiedene Stadtviertel – mit schicken Hochhäusern und auch ganz traditionelle. Und dann natürlich der Höhepunkt unserer Reise: wir haben einen ganzen Tag – wieder bei sengender Hitze – an und auf der Chinesischen Mauer verbracht. Das war eines der beeindruckendsten Erlebnisse, die ich bisher gesammelt habe. In wunderschöner Natur sind wir, fast allein über einen restaurierten Teil der Mauer gewandert. Insgesamt ist die Mauer über 20.000 Kilometer lang, wobei sie keine durchgehende Linie bildet, sondern aus Einzelabschnitten besteht. Eine Wanderung auf der Mauer ist einfach nur atemberaubend. Die Große Mauer gehört nicht umsonst zu den „7 neuen Weltwundern“ und zu den UNESCO Weltkulturerben. Besonders toll war auch, dass wir nicht den ganzen Weg wieder zurück laufen mussten, denn zum Ausgangspunkt wurden wir von einem Schnellboot gebracht. Chaka! Auch wenn der restaurierte Mauerabschnitt schon beeindruckend genug war, haben wir uns im Anschluss noch auf einen alten, unrestaurierten Teil gewagt. Zum Wandern mit Kind war dieser jedoch zu gefährlich. Aber wir haben die Aussicht genossen und – fast sprachlos – tolle Fotos gemacht.

himmelsaltar

chinesischemauer

Wir haben so viel gesehen und erlebt, dass man es gar nicht in einen einzigen Artikel bringen kann. Sprachlich war es tagsüber eine Herausforderung, da wir kaum Englisch sprechenden Menschen begegnet sind. Doch die jungen Chinesen, die wir abends getroffen haben, sprechen fließend Englisch und sind – so war mein Eindruck – sehr westlich orientiert. Aber auch ohne Sprachkenntnisse sind wir gut zurecht gekommen (was auch daran lag, dass wir meist von einem chinesischen Freund begleitet wurden). Die Chinesen sind ein sehr nettes und kinderfreundliches Volk.

Abends auszugehen war ebenfalls ein Abenteuer, wir waren in schicken Rooftop Bars, in einem Industriegebiet in einer frisch eröffneten Harley Davidson Bar und noch ein paar anderen hippen Lokalitäten. Auch hier kommt man schnell in Kontakt. Wir haben uns viel und gut unterhalten und die schönen Chinesinnen bewundert. Teilweise bin ich mir vorgekommen, als wäre ich mitten in ein Casting für James Bond Gespielinnen gelandet 😉 Aber irgend jemand muss ja auch hübsch aus den ganzen flotten Autos gucken, die auf Pekings Straßen unterwegs sind.

Happy to be back home, xo Eva

You Might Also Like...

No Comments

    Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: