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Vom Plastik zur Mikroplastik Die Gefahr wandert alltäglich durch unsere Hände & Münder

Wenn ich die Zeitung aufschlage und lese fast täglich neue Artikel über die Verschmutzung unsere Erde mit Plastikmüll, dann bin ich richtig sauer. Wenn ich spazieren gehe und finde diesen Müll auch noch überall um mich herum, dann bin ich noch mehr sauer. Und das ist nur das Plastik, das wir sehen können. Gefährlich wird es, wenn die Plastikteilchen nicht so einfach mit blossem Auge zu erkennen sind. Dann spricht man von sogenannter Mikroplastik.

Mittlerweile wurde Mikroplastik bereits im menschlichen Stuhl nachgewiesen. Das Zeug ist überall. Besonders bewusst wurde mir dies im letzten Sommerurlaub. Ich fand es erschreckend aber sinnbildlich, wenn nach einem Bad im Meer, diese lästigen kleinen bunten Pünktchen an einem kleben und sich nicht mehr mit dem Handtuch abreiben lassen. Denn genauso zäh wird uns dieses Thema weiter verfolgen. Ich hoffe, es gibt bald ein Umdenken. Ein Umdenken in unserem Umgang mit Plastikprodukten aber auch ein generelles Umdenken in unserem Konsumverhalten. Wir haben nur eine Erde oder wie manchmal so plakativ gesagt wird: Es gibt keinen Planet B. Wenn wir diesen Planeten vergeigen, dann wird uns auch das x. Polyester-Schnäppchen im Schrank nicht mehr glücklich machen.

Ich habe mal alle Informationen zu Mikroplastik zusammen getragen. Was Mikroplastik überhaupt ist, wie sie entsteht, was sie so gefährlich macht und worauf du achten kannst, um Plastikmüll und Mikroplastik  zu vermeiden. Zudem gibt es einen tollen Dienst vom BUND wo ihr die Produkte, die ihr kauft checken könnt, ob sie Mikroplastik enthalten.

 

Was ist und wie entsteht Mikroplastik?

Als Mikroplastik werden feste und unlösliche synthetische Polymere (Kunststoffe), die kleiner als fünf Millimeter sind bezeichnet. Es sind also mikroskopisch kleine Kunststoffteilchen. Dabei gibt es primäre und sekundäre Mikroplastik. Primäre Mikroplastik ist feines Plastikgranulat oder auch flüssiges Plastik, das von der Industrie zur Weiterverarbeitung hergestellt wurde. Es findet sich vor allem in Kosmetikprodukten, wie Duschgel und Peeling, aber auch als Bindemittel wieder. Sekundäre Mikroplastik entsteht durch Abrieb oder Verwitterung größerer Kunststoffteile, wie z.B. der Abrieb von Autoreifen oder Kunstrasen aber auch bei der Verwitterung von Plastikflaschen und anderen Plastikprodukten.

Über Abrieb und Verwitterung gelangt Mikroplastik direkt in unser Grundwasser. Und auch die primäre Mikroplastik aus unseren Kosmetikprodukten kann über die Kläranlagen nicht komplett gefiltert werden und gelangt so über unsere Flüsse in die Weltmeere und was gefiltert wurde als Klärschlamm direkt in unsere Landwirtschaft.

Die einst so revolutionäre Eigenschaft von Plastik, unzerstörbar zu sein, ist somit ein globales Umweltproblem, dessen Folgen wir heute noch gar nicht absehen können.

 

Weshalb ist Mikroplastik gefährlich?

Die winzigen Plastikpartikelchen wirken aufgrund ihrer Oberflächeneigenschaften wie ein Magnet für alle organischen Stoffe und damit auch Umweltgifte. Die Konzentration von Umweltgiften an diesen Teilchen ist enorm hoch. Schwimmen diese Teilchen nun in unseren Flüssen und Meeren, werden sie samt der an ihnen haftenden Schadstoffe von Meerestieren aufgenommen. Wenn wir nun Meerestiere essen, dann landet die Mikroplastik mit all ihren Schadstoffen auch bei uns auf dem Teller. Aber auch wenn wir keinen Fisch oder Muscheln essen: Mikroplastik wurde z.B. auch in Meersalz nachgewiesen, sogar in hochwertigen Salzen wie dem Fleur du Sel. Die an den Teilchen haftenden Schadstoffe werden im Magen-Darm-Trakt wieder freigesetzt. Dadurch wurden bereits Gewebeveränderungen und Entzündungsreaktionen nachgewiesen. Die genaueren Auswirkungen und Langzeitfolgen sind noch weitgehend unerforscht.

 

Was sind die Hauptquellen von Mikroplastik?

Das Fraunhofer Institut hat die Hauptursachen von Mikroplastik untersucht. Wer sich die gesamte Untersuchung einmal anschauen möchte, kann dies hier tun. Die Hauptquelle ist laut der Studie gar nicht die Mikroplastik in Kosmetik, sondern der Abrieb von Autoreifen und sämtlichen anderen Reifen. Dieser Abrieb wird durch den Regen nicht nur in unsere Kanalisation gespült sondern nahezu überall hin. Weitere Quellen sind Abfallentsorgung, Abrieb von Asphalt, Freisetzung bei Entsorgung von Plastikmüll, Kunstrasenplätze (auch hier der Abrieb), sowie der Abrieb von Schuhsohlen, Kunststoffverpackungen, Fahrbahnmarkierungen und bei der Wäsche synthetischer Textilien. Erst dann folgen Inhaltsstoffe von Kosmetika, Wasch-, Putz- und Pflegemitteln.

Wie erkenne ich Mikroplastik und worauf kann ich achten?

Generell achtsamer mit Konsum umgehen. Von deinem Polyesterpulli landen bei jedem Waschgang kleine Partikelchen im Abwasser. Jede Plastikflasche die du benutzt und jeder Plastikstrohhalm braucht mitunter Hunderte von Jahren, um wieder abgebaut zu werden. Achte darauf, Plastik im Einkaufswagen zu vermeiden. Bei Mikroplastik ist das natürlich nicht so offensichtlich. Wenn du dir bei Produkten nicht sicher bist, ob sie Plastik enthalten, dann schaue auf die Inhaltsstoffe. Hinter folgenden Begriffen verbirgt sich Plastik:

PE Polyethylen

PP Polypropylen

PET Polyethylenterephthalat

Nylon-12 Nylon-12

Nylon-6 Nylon-6

PUR Polyrethan

AC Acrylates Copolymer

ACS Acrylates Crosspolymer

PA Polyacrylat

PMMA Polymethylmethacrylat

PS Polystyrol

PQ Polyquaternium

 

Wer noch nicht überzeugt ist, kann sich den Film ‚A Plastic Ocean‚ anschauen, über den ich bereits geschrieben habe. Und Tipps für ein plastikfreies Bad findest du hier.

Toll finde ich auch den Einkaufsratgeber vom BUND, in dem du checken kannst, ob deine Produkte Mikroplastik enthalten. Den aktuellen Ratgeber findest du hier und auch auf den Seiten des BUND.

 

Das war nun ein langer Artikel aber das Thema liegt mir am Herzen. Und ich finde, es gibt so viele Möglichkeiten, wie jeder von uns seinen Plastikmüll und somit auch Mikroplastik reduzieren kann.

Namasté, eure Eva

 

 

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