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YOGA

Was ist Yin Yoga? Und was mir an diesem Yogastil so gut gefällt

Was ist Yin Yoga?

Was ist Yin Yoga?

Ich habe lange gewartet, bis ich Yin Yoga ausprobiert habe. Dann fand ich es nicht schlecht. Ich mochte das lange Halten der Asanas, denn das machte ich auch so in meiner Hatha Yogapraxis. Mir fehlte jedoch der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung. Doch nach meinem ersten Yin-Wochenende bei Stefanie Arend – bei dem ich auch mehr über die Hintergründe des Yin erfahren habe –  dachte ich: das ist, worauf mein Körper schon lange gewartet hatte. Es hat sich einfach toll angefühlt und seither mache ich (fast) jeden Abend noch eine Yin Sequenz vor dem Einschlafen. Manchmal sind es nur drei Positionen aber immerhin…

Yin Yoga ist ein sehr sanfter und effektiver Yogastil, der Paul Grilley zugeschrieben wird. Er gilt als Pionier des Yin. Doch eigentlich ist Yin Yoga eine uralte Praxis. Schon in der Hatha Yoga Pradipika – eine der ältesten Yogaschriften – werden Yogastellungen über einen langen Zeitraum passiv gehalten. Die Tradition des Yin reicht also bis in die Ursprünge des Yoga zurück. Meine Yin Yogalehrerin, Stefanie Arend, ist eine direkte Schülerin von Paul Grilley. Sie hat viele Bücher über Yin Yoga geschrieben, bildet Yogalehrer aus und gilt in Deutschland als DIE Expertin zum Thema. Mich hat sie vor allem durch ihren natürlichen und authentischen Yogastil begeistert. Durch ihre Art Yoga zu leben und zu lehren, hat sie mich darin bestärkt, meinem Weg zu vertrauen.

yinyangzeichen

Warum es Yin Yoga heißt? Yin Yoga orientiert sich an der taoistischen Einteilung unserer Welt in Yin und Yang. Yang steht dabei für alles warme und helle, für Aktivität und Energie während Yin für alles kalte und dunkle, für Ausgleich und Ruhe steht. Dabei steckt – wie ihr im Symbol dieser Philosophie sehen könnt – auch immer ein bisschen Yin im Yang und umgekehrt.

Yin steht also für Ausgleich und Kälte, Ruhe und Passivität. Und das ist auch, was Yin-Yoga ausmacht. Im Gegensatz zu aktiven Yogastilen, wie Hatha oder Ashtanga Yoga, wird der Körper im Yin vorher nicht aufgewärmt (wie z.B. durch den Sonnengruß). Auch wird nicht mit Muskelkraft gearbeitet, wie du das sonst aus dem Yoga gewohnt bist. Im Yin werden die einzelnen Yogastellungen passiv, d.h. ohne Muskeleinsatz eingenommen und lange gehalten. Dies ermöglicht es deinem Körper, von alleine nachzugeben und tiefer in die Stellungen hineinzusinken, wenn er über das lange Halten allmählich weicher wird. Durch dieses lange und passive Halten kommen Körper und Geist zur Ruhe. Der Körper wird dabei bis in die tiefen Schichten hinein gedehnt, die mit Muskeleinwirkung – durch aktive „warme“ Yogastile oder auch Sport – so nicht erreicht werden würden. Dadurch wirkt diese Yogapraxis besonders auf die Energiebahnen in unserem Körper (die Meridiane) sowie auch auf unsere Faszien (Meridiane und Faszien werde ich in einem späteren Artikel noch genauer betrachten und erläutern). Nach den einzelnen Stellungen spüren wir, wie die Energie (Chi) vermehrt durch unseren Körper fließt und unser Faszialgewebe sich entspannt, Verspannungen oder auch Schmerzen sich lösen. Yin-Yoga ist ein schöner Ausgleich, gerade wenn du bereits viel Yang (Aktivität und Energie) in deinem Leben hast und eine prima Ergänzung zu Sport jeder Art.

Schön ist auch, dass es im Yin kein richtig oder falsch gibt. Während bei aktiveren Yogastilen oft versucht wird, durch Handeinwirkung den Schüler in bestimmte Stellungen hineinzuhelfen, wird im Yin der innere Yogalehrer geschult. Der Körper findet selbst in die Stellung, die für ihn angenehm ist. Denn jeder Yogaschüler hat seinen individuellen Körperbau und seine individuelle Geschichte. Wer kennt diese besser als du selbst?

Warum dies so ist und was das bewirkt? Durch diese Herangehensweise kannst du jegliche Leistungsgedanken ad acta legen und lernen, Liebe und Achtsamkeit für deinen eigenen Körper und dich selbst zu entwickeln. Das ist natürlich auch in den anderen Yogastilen so. Im Yin gelingt dies jedoch besonders einfach, da durch das langsame und passive Dehnen keinerlei Ehrgeiz angesprochen wird und dein Körper somit Zeit bekommt, sich in seinem eigenen Tempo zu entfalten. Das langsame Vorgehen fordert allerdings eine gute Portion Geduld.

Yin Yoga

Was mir am Yin Yoga so gut gefällt? Ich hatte meine klassische Yogalehrerausbildung bereits bei einem Schüler von Paul Grilley absolviert. So hatte ich während meiner Ausbildung bereits Kontakt mit einem wichtigen Gedanken des Yin: Jeder Körper ist verschieden und eine Übung ist für keine zwei Schüler die gleiche. Jeder Mensch spürt „seine Yogahaltung“ anders. Denn jeder Mensch hat einen individuellen Körperbau. Wir haben uns Bilder von Wirbelsäulen, Hüftgelenken und Beckenschaufeln… angeschaut. Da gibt es große Unterschiede. Nicht jeder Mensch kann aufgrund seiner Anatomie eine Vorwärts- oder auch Rückbeuge wie im Lehrbuch beschrieben einnehmen. Durch dieses Wissen hatte ich mich bereits während meiner Hatha-Ausbildung von den beliebten „Korrekturen“ im Yogaunterricht teilweise verabschiedet. Woher soll der Yogalehrer auch besser wissen als der Schüler, was sich gut für dessen Körper anfühlt. Es ist nicht zielführend, wenn eine Yogapose von „außen“ aufgestülpt wird. Es gibt keine perfekte Yogapose und auch keine ideale Symmetrie. Der Yogalehrer kann aufweisen, wo man hingucken soll, aber nicht, was du dort fühlst und auch nicht, wie die Stellung auszusehen hat. Dies hat mir im Yin Yoga, wie ich es von Stefanie Arend gelernt habe, gleich sehr gut gefallen. Hier liegt der Fokus auf dem eigenen Erspüren der Yogahaltungen. Der eigene innere Yogalehrer soll aktiviert werden. Genau das ist, was Yoga (hier generell gemeint) uns vermitteln kann, die Zusammenhänge von Körper, Geist und Seele. Wenn wir dies selbst erspühren, so werden wir auch unserem Alltag mit mehr Achtsamkeit begegnen. Denn jeder Mensch hat SEIN eigenes Yoga. Du wirst lernen, besser auf deinen Körper zu hören und dies wird sich positiv auf deinen ganzen Lebenswandel, deinen Stresspegel und auch deine Ernährung  auswirken. In der sanften und langsamen Praxis des Yin gelingt dies besonders gut.

Allen, die sich mehr ins Thema Yin Yoga einlesen möchten, kann ich die Bücher von Stefanie Arend empfehlen.

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