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MEDITATION

Was ist Vipassana Meditation?

Vipassana Meditation in Südafrika

Diese Sommerferien habe ich in Südafrika an einem zehntägigen Vipassanakurs teilgenommen. Es war eine sehr intensive Zeit und eine der schönsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Es ist definitiv kein Honigschlecken, man muss hart arbeiten – wie auch immer angesagt wird. Aber es lohnt sich. Ich habe viel Unterbewusstes verarbeitet, viel erfahren, viel gelernt und fühle mich gelassener und mehr Herr meines Geistes denn je. Ich werde dieser Meditationstechnik treu bleiben und freue mich auf den weiteren Weg. Von meinen Erfahrungen werde ich euch noch berichten. Doch heute möchte ich euch erst einmal erzählen, was Vipassana Meditation bedeutet.

Was ist Vipassana Meditation?

Vipassana ist eine der ältesten Meditationstechniken und bedeutet „die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind.“ Vipassana wurde von Gautama Buddha gelehrt. Es ist der Weg durch den Gautama Buddha zur Erleuchtung fand, also ein Buddha (Erleuchteter) wurde. Daraufhin begann er diese Meditationsform zu lehren, als Lebensweg und als ein universelles Heilmittel gegen Krankheiten jeglicher Art. Auch wenn von Buddha gelehrt, versteht sich Vipassana jedoch keiner Religion zugehörig. Es ist eine Technik, die von jedem praktiziert werden kann. Vipassana ist ein Erfahrungs- und ein Lebensweg. Es ist eine Achtsamkeitspraxis bei der die Achtsamkeit auf der Beobachtung deiner Empfindungen ruht.

Wie genau das funktioniert?

Die Vipassana-Technik basiert auf der Beobachtung deiner Körperempfindungen. Dein Geist wird dafür Schritt für Schritt geschult und geschärft, so dass du immer tiefer in deine körperlichen Empfindungen eintauchen kannst. So lernst du die Wechselbeziehung zwischen Körper und Geist erfahren, auf einer Ebene wie wir sie bewusst nicht (mehr) wahrnehmen können. Was du dann wahrnimmst ist wunderschön und wird mit dem Voranschreiten deiner Praxis immer wundervoller und magischer. Es ist etwas, das man nicht erzählen und auch nicht intellektuell begreifen kann. Dies kannst du nur selbst erfahren.

Wenn du tief in deine Körperempfindungen eintauchst, lernst du deine eigene Wahrheit kennen, die den universellen Naturgesetzen folgt. Du tauchst durch die Ebene deines Bewusstseins hindurch in die Tiefen deines Unterbewusstseins und deiner mentalen Strukturen. Dort entdeckst du deine eigenen, selbst kreierten Muster und lernst zu erkennen wo du Negativität erzeugst und Leiden schaffst. Und wir alle kommen immer wieder in Situationen, wo wir Leiden erschaffen. Wenn du still wirst und beginnst, dich selbst über deine Körperempfindungen zu beobachten, zeigt sich dir alles. Alles was dir je begegnet ist. Altes und Neues. Schönes und Unangenehmes. Durch gleichmütiges Beobachten von allem was sich dir zeigt, erfährst du, wie sich alles auflöst und vergeht. Alles ist vergänglich. Vergänglichkeit ist ein Naturgesetz.

Dir wird deutlich, dass immer wenn wir in unserem Alltag, oder auch beim Meditieren, auf Reize reagieren, wir Anspannung schaffen und damit Verknotungen in unseren körperlichen und mentalen Strukturen erzeugen. Wenn du nun in der Meditation gleichmütig alles beobachtest, was sich dir zeigt und dir dabei bewusst bist, dass alles vergänglich ist, lösen sich alte Verknotungen auf und du schaffst keine neuen Verknotungen. Dein Geist wird so immer reiner. In dem Maße, wie dein Geist immer reiner wird, lernst du dich mehr und mehr kennen und verstehen. Dies geschieht nicht auf einer intellektuellen Ebene sondern auf der Ebene deiner Empfindungen, der einzig realen Ebene. Du erkennst, wann du Fortschritte machst und wann Rückschritte. Dadurch wird sich dein Denken, dein Fühlen und auch dein Handeln allmählich verändern. Du kommst in Frieden und Harmonie mit dir und deiner Umwelt. Liebe und Mitgefühl entwickeln sich und du erfährst schlussendlich Befreiung. Dieser Weg wird Dhamma genannt.

Was ist das Ziel von Vipassana?

Das Ziel von Vipassana ist, deinen Geist von allen Unreinheiten zu reinigen, so dass sich Frieden und Harmonie ausbreiten können. Alte Verhaltensmuster lösen sich und du entwickelst immer mehr Liebe und Mitgefühl für dich, deine Mitmenschen und alle Lebewesen dieser Erde. Wenn sich alle alten Verknotungen, alle alten Muster gelöst haben, erfährst du Befreiung von allen Leiden und damit Erleuchtung.

Durch Vipassana trainierst du also deinen Geist. So wie du körperliche Übungen nutzt, um deine physische Gesundheit zu verbessern, entwickelst du durch Vipassana einen gesunden Geist.

Wie und wo du Vipassana erlernen kannst?

Um Vipassana zu erlernen, musst du einen zehntägigen Kurs besuchen. Denn zehn Tage dauert es, bis du die Technik in ihren Grundzügen erlernt und erfahren hast. Das ist eine zeitliche Investition, dies sich jedoch lohnt. Es dauert nicht so lange, da die Technik so komplex ist, sondern weil sich dein Geist in dieser Zeit entwickelt und du erst dadurch immer tiefer und tiefer in die Technik und die Tiefen deines Unterbewusstseins einsteigen und die positiven Auswirkungen somit erfahren kannst.

Kurse findest du unter Dhamma.org.

Wie funktioniert Vipsassana?

Die Vipassanakurse bei dhamma.org werden von S.N. Goenka angeleitet. Goenka lehrt Vipassana in seiner ursprünglichen Form. Die Technik besteht aus drei Stufen.

Die erste Stufe besteht darin, dass du gewisse Regeln befolgst, die dir helfen, deinen Geist bewusst zu beruhigen. Es sind zum einen ethisch-moralische Grundlagen, die du zu Beginn des Kurses auch unterschreiben musst. Diese besagen, dass du während der Dauer des Kurses nicht tötest, nicht stiehlst, dich von jeglicher Art von sexueller Aktivität sowie unlauterer Rede enthältst und auf die Einnahme von Drogen aller Art sowie Alkoholika verzichten musst. Zudem gibst du alle deine Wertsachen und alles was dich ablenkt ab: Laptop, Handy, Uhr, Schmuck, Bücher, Schreibsachen etc. Du praktizierst edle Stille was bedeutet, dass du in keiner Form kommunizierst, weder durch Worte noch durch Blicke. Sport, Yoga und Rituale sind untersagt. Das einzige was du neben der Meditation machen darfst, ist achtsames Spazieren.

In der nächsten Stufe beginnst du Herr über deinen Geist zu werden. Dies geschieht indem du beim Meditieren die Achtsamkeit auf deinen Atem lenkst. Du beobachtest das Ein- und Ausströmen deines Atems und konzentrierst dich dabei auf eine immer kleiner werdende Fläche. Somit schulst und schärfst du deinen Geist und er wird gleichzeitig ruhiger und gelassener. Dies ist die Voraussetzung, um mit Vipassana beginnen zu können.

Die dritte Stufe beginnt am Nachmittag des vierten Tages. So lange braucht der Geist, um ruhiger und wacher zu werden. Ab nun beginnst du deine Achtsamkeit auf deine Körperempfindungen zu legen. Dabei scannst du deinen Körper vom Scheitel bis zu den Füßen und von den Füßen bis zum Scheitel, immer wieder und beobachtest dabei deine körperlichen Empfindungen. Zuerst im Außen und dann immer tiefer in den Körper gehend. Alles was sich dir zeigt, schöne wie negative Empfindungen, nimmst du gleichmütig an – immer wissend, dass alles vergänglich ist. Wenn du so deinen Körper beobachtest wirst du Schritt für Schritt deine wahre Natur entdecken, die Verbindung zwischen Körper und Geist und Gleichmut entwickeln.

Zum Abschluss des Kurses lernen alle Teilnehmer noch die Meditation der liebevollen Güte und des Wohlwollens, die dann immer im Anschluss an deine Vipassana-Meditation praktiziert wird. Hier kannst du die Reinheit, die du beim Meditieren erlangt hast, mit allen Lebewesen teilen. Ein wunderschönes und auch überwältigendes Gefühl.

Ich hoffe, ich konnte dir diese Meditationsform und meine Liebe dafür näher bringen. Ich werde Vipassana treu bleiben und hoffe, bald wieder einen zehntägigen Kurs machen zu können.

Mehr zum Thema Meditation erfährst du hier oder du kommst einfach zu einem Meiner Meditationskreise in Neckargemünd.

xx eure Eva

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